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Bis etwa 1990/1991 lebten etwa 70 000 bis 80 000 Juden in der Bundesrepublik.  Davon gehörten etwa 30 000 den Gemeinden an, die über Landesverbände, dem Zentrat angeschlossen waren. Ursprünglich hatten die Gemeinden sich nach 1945 als Abwicklungs-Gemeinden zusammen gefunden.  Sie folgten dem Konzept der Einheitsgemeinde. Unter ihrem Dach sollten alle religiösen Grppen von progressiv bis orthodox vereingt sein. Sollten. Denn nach diesem Konzept wird eine Gemeinde zwangsläufig mindestens nach konservativem, wenn nicht orthodoxem Ritus ausgerichtet. Heute leben hier ungefähr 200 000 Juden, die allerdings bei Weitem nicht allesamt Mitglieder von Gemeinden sind. Damit besteht in Deutschland die drittgrößte jüdische Gemeinschaft Europas.

Im April 1990 richtete die Volkskammer der DDR an alle Juden eine Bitte um Vergebung für die von Deutschen begangenen Verbrechen. Der Ministerrat verabschiedete im Juli darauf eine Sonderregelung, wonach einreisewilligen sowjetischen Juden und Jüdinnen ein Bleiberecht zu gewähren sei. Damit war die Garantie für Unterkunft, Verpflegung und Arbeitserlaubnis. [Anm.: Burgauer, 267ff.] Aus diesem Grund bezeichnet man die seither etwa 80 000 aus den ehemaligen GUS-Staaten Zugewanderten als „Kontingentjuden“. Oder auch als „Abschiedsgeschenk“ der DDR.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland, die größte Dachorganisation der jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Deutschland, ist die politische Vertretung der jüdischen Gemeinschaft im Land. Derzeit gehören den fast 100 im Zentralrat vereinten jüdischen Gemeinden zusammen etwa 105.000 Mitglieder an. Die in ihm zusammengeschlossenen Gemeinden verstehen sich als „Einheitsgemeinde“. In ihnen soll jeder, von orthodox bis liberal, sein jüdisch sein leben können.

Er beschloss am 20. November 2005 die Aufnahme der liberalen Landesverbände Schleswig-Holstein und Niedersachen, deren Gemeinden der „Union für progressives Judentum“ angehören. Damit sind 60 Prozent der liberal-progressiven Gemeinden über die Landesverbände im Zentralrat vertreten.

Die Union progressiver Juden in Deutschland e.V. ist eine Arbeitsgemeinschaft liberaler jüdischer Gemeinden und Institutionen. Sie knüpft an die Tradition des liberalen Judentums an, das in Deutschland des 19. Jahrhunderts entstand und hier bis zur Shoa die jüdische Gemeinschaft mehrheitlich prägte. Man geht von 5000 bis 6000 Mitgl. aus.

Vor allem aus dieser Tradition heraus hatte sie sich lange dem Allein-Vertretungs-Anspruch des Zentralrats widersetzt. Zumal die Liberal-Progresiven heute mit ca. 1,6 Mio Mitgliedern der größte Verband weltweit sind.

http://www.liberale-juden.de/cms/index.php

Anfang der 1990er Jahre klagte sich die Adass Jisroel (Gemeinde Israels) als rechtsnachfolgende Religionsgemeinschaft und K. d. ö. R. in Berlin ein. Die Adass war 1869 als Gemeinde der Austrittsorthodoxie gegründet worden. 1939 wurde sie ebenfalls aufgelöst und der „Reichsvereinigung der Juden in Deutschland unterstellt.

Der Berliner Senat wollte die Restitution Adass‘ zunächst nicht anerkennen. Heute ist Adass Jisroel in der Spandauer Vorstadt die einzige explizit orthodoxe Gemeinde Deutschlands. Die etwa 1 000 Mitglieder stammen überwiegend aus den ehemaligen GUS-Staaten.

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Laut der „Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland“ konvertieren in Deutschland rund

50 bis 70 Menschen jährlich zum Judentum. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr sollen rund 800 Deutsche zum Islam übergetreten sein. Der Übertritt zum Judentum ist also nicht gerade eine Modewelle.

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Hier noch ein Link zu „Talmud.de“. Es handelt sich um eine Aufstellung vieler ( nicht aller ) Jüdischer Gemeinden

http://www.talmud.de/cms/Juedische_Gemeinden.49.0.html

LG

bommel =^.^=

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