Schlagwörter

,

Wenn sich denn schon Menschen für das interessieren, was ich da so schreibe, dann baue ich das auch gern weiter aus. Zunächst nehme ich mal den Kommentar mit all den Online-Hinweisen zu den Hachsharah-Stellen als regulären Beitrag. So sieht man es sofort beim Aufblättern und muss sich nicht erst zu den Kommentaren durchklicken.

Die obigen und die folgenden Hachsharah-Stellen wurden im „Arbeitsbericht der Reichsvertretung der Juden in Deutschland für das Jahr 1937“ veröffentlicht. Auf ihn beziehen sich Shalom Adler-Rudel („Jüdische Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933-1939“), der ganz dicht an der Quelle saß und Gudrun Maierhof („Selbstbehauptung im Chaos: Frauen in der jüdischen Selbsthilfe“) eben so wie ich. Es handelt sich bei den Angaben des „Arbeitsberichts“ um die Zeitpunkt bezogene Bestandsaufnahme zum 31. Dezember 1937″. Die zusätzlichen Fundstellen hingegen betrachten retrospektiv.

Wir werden weiter sehen, wie viele Organisationen und Gruppierungen parallel und in unterschiedlichen Zeiträumen in der Hachsharah tätig waren und Martin Gersons Einsatz als Koordinator als durchaus notwendig verstehen. In diesem Zusammenhang wird auch zu erörtern sein, wehalb der unten stehende Auszug aus dem Artikel „Köln – Bild einer Gemeinde“ (Central-Vereins-Zeitung vom 11. Februar 1937)
vielleicht seltsam anmutet, die Wahrheit aber punktgenau trifft.

Der Raum wird knapp- Februar 1937

Ja, der Raum wurde knapp für Nicht-Zionisten. 1937 wurde es schwer, Häuser und Grundstücke zur Einrichtung von Ausbildungsstätten zu finden. Mieten war (nahezu) unmöglich und der Etat der Gemeinden und der Reichsvereinigung war katastrophal. Die Zionisten hatten etliche Jahre Vosprung.

Fortsetzung der Auflistung von Hachsharah-Ausbildungsstätten für Landwirtschaft und Gärtnerei

Adresse Organisation Bemerkungen
Altona-Rissen, Tinsdaler Kirchenweg 245 Hechaluz Berufsumschichtung
Bannacker bei Augsburg Hechaluz Berufsumschichtung
Berlin-Weissensee, Friedhofsgärtnerei frei kein Internat
Bomsdorf bei Bitterfeld BACHAD Erstausbildung
Ellguth bei Steinau in Oberschlesien Hechaluz Erstausbildung
Fischbach bei Augsburg Hechaluz Berufsumschichtung
Halbe, Mark, Teupitzer Chaussee 13 Makkabi Erstausbildung
Halberstadt, Wilhelmstraße 15 Noar Agudati rituell
Heilbronn, Frankfurterstraße 9 Hechaluz Berufsumschichtung
Freienstein, Post Pampow Makkabi Berufsumschichtung
Lehrensteinsfeld bei Heilbronn, Haus Thalheimer Hechaluz
Lobitten, Post Powunden bei Königsberg frei
Polenzwerder bei Eberswalde Betar beide Gruppen
Sennfeld bei Adelheim Werkleute Erstausbildung
Wilhelmshöhe bei Altona, Rissener Landstr. frei beide Gruppen

Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933-1939 im Spiegel der Berichte der Reichsvertretung der Juden in Deutschland
Von Shalom Adler-Rudel
Veröffentlicht von Mohr Siebeck, 1974
221 Seiten
Liste der Ausbildungsplätze für Umschichtung und Erstausbildung ab Seite 199

Im Zusammenhang mit Frau Mintens Ausstellung könnte die Dissertation von Wiebke Dursthoffi nteressant sein:
Kibbutz und Bauhaus. Arieh Sharon und die Moderne in Palästina.
Online Ressource
Dursthoff, Wiebke;
Hannover (Deutschland, Bundesrepublik)
Selbstverlag
2010,IV,353 S.
tech.Diss; Univ. Hannover 2010

Hier der Link dort hin:
Bitte sehr

Mögliche ansätze zur Suche für einzelne Hachsharah-Stellen finden Sie auch an folgenden Orten:

aus: Jüdische Jugend im Umbruch nach 1933 – Schule, Freizeit, Beruf
hier

Schniebinchen – Jenni Aloni
Jenni Aloni

Gehringshof bei Hattenhof bei Neuhof bei Fulda
fuldawiki
Kaeppler

vier Stellen in Hessen
hier

Hachschara in Brandenburg
hier

Landwerk Neuendorf im Sande bei Fürstenwalde
hier
hier

Gut Winkel bei Spreenhagen:
Gut Winkel, Die schützende Insel; herausgegeben von Ilana Michaeli, Irmgard Klönne, Schocken 2003
hier auch eine gute Gesamt-Darstellung der Hachscharah von Ilka von Cossart/Ulrike Pilarczik (ab Seite 224)

Die Israelitische Gartenbauschule Ahlem bei Hannover
dort ein weiter führender Link
Ahlem II

Brüderhof bei Harksheide – wurde 1935 von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland vom „Rauhen Haus“ angemietet – viele Infos zu Haluzim und Entwicklung der Hachsharah
Brüderhof

Landwerk Ahrensdorf bei Trebbin, in der heutigen Großgemeinde Nuthe-Urstromtal – etwa 30 km südlich Berlins
hier

dazu auch: (Projekt eines Gymnasiums)
hier

Jägerslust nahe Flensburg
hier

Steubenberg/ Hamburg
hier

Die nächste Gruppe des Arbeitsberichts umfasst Hachsharah-Lehrwerkstätten aber auch Lehrwerkstätten, die zur Ausreise nach Übersee vorbereiten, Lehrgänge und Kurse in den Branchen Bau, Metall, Holzverarbeitung und Elektro. Meine Aufstellung ist -mit Ausnahme Berlins- aus Platzgründen, eine sehr komprimierte Wiedergabe, die die vielfältigkeit der Berufsbilder auch nicht annähernd erfasst. Daher werden im direkten Anschluss daran weitere Erläuterungen gegeben und Fundstellen angeführt.

Adresse Organisation Ausbildung
Berlin
Siemensstadt, Nonnendamm 4 j. Gemeinde beide Gruppen
Fruchtstraße 74 j. Gemeinde beide Gruppen
Holzmarktstraße 53 j. Gemeinde Erstausbildung
Friedrichstraße 34 j. Gemeinde Vorlehre
Niederschönh., Wackenbergstr. 61-65 Reichsvertretung beide Gruppen
Siemensstraße 15 ORT beide Gruppen
Breslau j. Gemeinde Erstausbildung
Darmstadt Noar Agudati Erstausbildung
Dortmund j. Gemeinde Erstausbildung
Dresden j. Gemeinde Erstausbildung
Frankfurt am Main (mehrere) j. Gemeinde alle Gruppen
Hamburg (mehrere) j. Gemeinde beide Gruppen
Köln (mehrere) j. Gemeinde Erstausbildung
Leipzig (mehrere) j. Gemeinde Erstausbildung
Mannheim (mehrere) j. Gemeinde Erstausbildung
München (mehrere) j. Gemeinde Lehrwerkstatt

Jetzt fehlt noch:
Der Bereich Hauswirtschaft, Kinder- und Altenpflege
Ein Blickpunkt auf die Auslands-Hachsharah
Die Veränderung innerhalb der Berufsumschichtung zwischen 1933 und 1937
Warum der vorsprung der zionisten sich bis 1939 positiv auswirkte

Advertisements