Im bescheidenen Rahmen eines Blogs lassen sich die Dinge, die mir wichtig sind nicht so SCHÖN darstellen. Vielleicht aber zeigt die Schlichtheit des Stils gerade durch ihre Kargheit die Ungeheuerlichkeit des Gezeigten auf.

In einer kleinen Stadt in der Rhön, Fulda, wohnen Anfang 1933 etwa 900 jüdische Menschen. Ab diesem Jahr wurden in allen Ordnungsämtern deutscher Städte penible Listen über jüdische Zuwanderung, Abwanderung, Geburten und Todesfälle geführt. (Das „Frankfurter Israelitische Familienblatt“ „durfte“ sie gleich selbst veröffentlichen) Diese Listen wurden bis zur „Endlösung“ geführt. Daher betrachten wir sie heute retrospektiv. Das ist schön, sagen doch schließlich kluge Leute, dass es eines gewissen (Das ist noch schöner, wenn diese klugen Leute von Gewissen reden – und sei es nur zur Bemessung einer Spanne) Abstandes bedürfe, um Ereignisse richtig (richtig !) bewerten zu können.

Nun, schauen wir uns also aus Abstand an, wie 95 Menschen aus einer kleinen Stadt an uns vorüber ziehen. Es sind jene in der Liste des Ordnungsamtes Erfassten, deren Name mit dem Buchstaben „A“ beginnt. Wir gehen, den gebührenden Abstand wahrend, davon aus, dass der Grad der Freiwilligkeit des Ziehens eher gering anzusetzen ist. Sehen wir doch, was es bedeutete, nicht fort gezogen zu sein.

Die Familien Abt bis Asch finden Sie unter Juden in Fulda.

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