Die 531 Menschen, deren Nachname mit den Buchstaben „G“ bis „K“ beginnt, lebten zwischen 1920 und 1942 in Fulda. Es sind große, richtig große Familien darunter wie Goldmeiers oder die Zweige Goldschmidt, die Familien Hess und Katz.

Aber auch Einzelne, Vereinzelte wie Gittel Gaba. Am 4. Januar 1910 in Frankfurt am Main geboren, kam sie im Oktober 1935 aus Hattenhof nach Fulda. Wer von Hattenhof kam, kam nicht einfach aus einem wenige Kilometer entlegenen Nachbardorf, sondern vom Gehringshof, der das orthodoxe Fulda mit Gemüse und Fleisch versorgte.

Gittel Gaba wohnte in der Heinrichstrasse 16, als Beruf ist Hausangestellte angegeben. Das Haus Heinrichstrasse gehörte Karl Katzenstein, dessen Bruder Adolf mehrere Jahre Stadtrat in Fulda war. Mit im Hause wohnten auch die Oppenheimers bis zu ihrer Emigration 1938/1939. Gittel Gaba lebte nur etwa zwei Monate dort. Am 3. Dezember 1935 meldete sie sich nach Gersfeld ab.

Im Gedenkbuch für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung ist zu Gittel Gaba vermerkt: wohnhaft in Frankfurt a. Main
Deportationsziel: unbekannter Deportationsort

Kein Ort. Ein Name: Gittel Gaba

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