Im Einzelhandel platziert man gern Artikel gleicher oder ähnlicher Verwendung gemeinsam. Damit will man dem Kunden lange Wege ersparen, wenn er z. B. vor Chanukkah den ganzen Kram zum Dreidel-Basteln einkauft. Werkstoffe und Arbeitsmittel liegen dann in Augen- und Griffhöhe. Vor allem aber hofft man auf den Mitnahme-Effekt, die so genannten Impuls-Käufe, zwecks Umsatzsteigerung. Darum wird diese Art der Präsentation auch als Verbundplatzierung bezeichnet.

Ja, wie komm‘ ich drauf: Jew Süss. Sobald der Titel genannt wird, erfolgt die Reaktion aus den Ganglien: Goebbels, Harlan, Marian, Söderbaum. Nun wurde „Jew Süss“ aber bereits voher verfilmt, feuchtwangergetreuer. Was also tue ich (ebenfalls aus den Ganglien)? Ich google: Jew Süss.

Wie erwartet: Meterweise Angaben zu „Jud Süß“/1940, auch bei Amazon. Amazon? Click. Ja, dort wird der Nazi-Propaganda-Film „Jud Süß“ angeboten. „Jud Suss (Jew Suess): The Deluxe Restored Version“. Und weil man der erwarteten Kundengruppe lange Wege ersparen will, und auf die Umsatzsteigerung qua Mitnahme-Effekt hofft, ist auch ein „Frequently Bought Together“ angegeben:
„Triumph of the Will“
„Olympia“

Bedarfsbündelung. Verbundplatzierung.

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